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Unfallchirurgie und Handchirurgie
Unfallchirurgie
Die Unfallchirurgie befasst sich mit den operativen Verfahren zur Wiederherstellung und Erhaltung der durch Unfälle beschädigten Strukturen (Organsystem und Bewegungsapparat) des Menschen. Verletzungen betreffen in erster Linie den Bewegungsapparat (das knöcherne Skelett und Muskeln, Bänder und Sehnen), aber auch Bauch- und Brustorgane, sowie das Gehirn und das Rückenmark. Dabei stellt die Behandlung von Kindern im Rahmen der Kindertraumatologie aufgrund der besonderen Bedingungen am wachsenden Organismus eine spezielle Unterdisziplin dar. Aufgrund der Ähnlichkeit der Behandlungsverfahren behandeln Unfallchirurgen auch Knochenbrüche, die durch ein Tumorleiden bedingt sind, also pathologische Frakturen.
Als erste Instanz der Unfallchirurgie empfängt die Notaufnahme Patienten mit Unfallverletzungen ("Notfälle") und stabilisiert diese, um weiterführende medizinische Behandlungen zu ermöglichen.
Lorenz Böhler gilt neben Kirschner, Küntscher, Rehn, Heinrich Bürkle de la Camp und anderen als einer der wichtigsten Initiatoren und Wegbereiter der modernen Unfallchirurgie.
Häufige Verletzungen sind die Radiusfraktur, die Oberarmschaftfraktur, die Oberschenkelhalsfraktur, die pertrochantäre Femurfraktur, die Sprunggelenkfraktur. Häufige Bandverletzungen sind Außenbandruptur des oberen Sprunggelenkes, die vordere Kreuzbandruptur, Seitenbandruptur des Daumens (Skidaumen) sowie die Schultereckgelenksverrenkung (ACG-Sprengung nach Tossy, Bändersprengung).
Wegen der ähnlichen Behandlung werden auch Gelenkersatzoperationen wie Hüftgelenks- und Kniegelenksendoprothesen oft von Unfallchirurgen durchgeführt.
Die Gebiete der operativen Orthopädie und der Unfallchirurgie überlappen sich soweit, dass von den Berufsverbänden eine Zusammenführung der Fachgebiete durchgeführt wurde. Seit dem Jahr 2005 gibt es einen gemeinsamen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Dies ist auch ein Ergebnis der europäischen Harmonisierung, da es traditionsbedingt nur in Österreich und Deutschland eine Trennung zwischen Orthopädie und Unfallchirurgie gibt.
Handchirurgie
Die Handchirurgie ist eine aus der US-amerikanischen Kriegschirurgie angesichts der fachübergreifend notwendigen Behandlung von an den oberen Extremitäten verletzten Soldaten hervorgegangene Disziplin; sie hat sich aus den Teilgebieten Unfallchirurgie (Traumatologie), Neurochirurgie und plastische Chirurgie entwickelt. Als Vater der Handchirurgie gilt Sterling Bunnel, amerikanischer Chirurg. Allgemeines Aufgabengebiet Die Handchirurgie befasst sich mit der Diagnosestellung und Behandlung von akuten oder chronischen Schäden oder Verletzungen an den oberen Extremitäten (Schulter, Oberarm, Unterarm, Hand, Finger, Daumen).
Spezielles Aufgabengebiet Versorgung der Verletzungen an Fingerknochen, Sehnen, Bändern, Handwurzel/Handgelenk (Kahnbeinbruch), Unterarmknochen (körperferner Speichenbruch/distale Radiusfraktur), Ellen-Speichen-Gelenk (distales Radioulnargelenk/DRUG) sowie an Blutgefässen und Nerven (Plexus brachialis). Versorgung von chronischen Erkrankungen, sowie verschiedener Arthroseformen, Durchblutungsstörungen, Knochenveränderungen (Lunatummalazie), Einengungen von Nerven- oder Sehnenscheiden (Karpaltunnelsyndrom/CTS, schnellender Finger), Tendovaginitis stenosans, Veränderungen am Bindegewebe (Dupuytren'sche Kontraktur, Tumoren (gut- oder bösartige Geschwulste) von Hand und Arm. Funktionswiederherstellung mit motorischen Ersatzoperationen komplex verletzter oberer Extremitäten.
Eingeschlossen ist die Behandlung von Kindern (kindliche Fehlbildungen), Rheumatikern und chronischen Schmerzsyndromen (CRPS), die Replantation von Fingern bis hin zu ganzen Extremitäten sowie die Versorgung von Patienten mit Prothesen sowie die Rehabilitation handverletzter Patienten, die spezielle Erfordernisse an die Ausbildung der Therapeuten stellt.
Fachliche Voraussetzungen Eingehende Fachkenntnis von anatomischen und funktionellen Zusammenhängen werden zur Diagnosestellung und zur Erstellung eines Behandlungsplanes benötigt. Beim Therapieerfolg macht einen großen Anteil die komplexe Nachbehandlung aus: Physiotherapie, physikalische Therapie und Ergotherapie.
Technische Voraussetzungen, Hilfsmittel Gewebsschonendes, differenziertes Vorgehen (atraumatische Operationstechnik) Spezielles Instrumentarium Lupenbrille oder besser Fernrohrbrille Operationsmikroskop Blutsperre: um ein blutarmes Operationsfeld zu ermöglichen wird mit einer pneumatischen Manschette die Durchblutung am Oberarm unterbrochen Blutleere: um ein blutfreies Operationsfeld zu ermöglichen wird vor der Blutsperre mit einer elastischen Binde der Arm von der Peripherie her ausgewickelt
Ausbildung, Weiterbildung Die Weiterbildung auf dem Gebiet der Handchirurgie ist eine so genannte Zusatzweiterbildung. Die Voraussetzung dieser Zusatzweiterbildung ist eine Anerkennung als Facharzt für Chirurgie oder Orthopädie und eine 36-monatige Weiterbildung bei einem Weiterbildungsbefugten (davon können 12 Monate während der Weiterbildung in Allgemeine Chirurgie, Kinderchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie oder Plastische Chirurgie abgeleistet werden, siehe Weiterbildungsordnung).
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Quelle: Div., Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivit%C3%A4tsst%C3%B6rung, Stand: 10.01.2010
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